Aktuelles Heft
Die GIESSEREI ist die bedeutendste und auflagenstärkste Gießereifachzeitschrift Europas. Hier finden Sie den Inhalt der aktuellen Ausgabe 01/2026.
Branche | Meldungen
- Hochschule Aalen: Prof. Kallien auf Barbaratagung verabschiedet
- Franken Guss/Sachsen Guss: Jora Holding sichert Zukunft
Branche | Wirtschaft
- Industriestrompreis: Halbgare Lösungen statt wirkliche Entlastung, Martin Vogt
Branche | Interview
- BDG-Hauptgeschäftsführer Martin Theuringer: "Nur mit einer starken Industrie kommen wir aus der Krise", Kristina Krüger, Martin Vogt
Special | Euroguss
- castFEX geht an den Start: „First-Mover-Vorsprung“ für Druckgießer, Niklas Reiprich
- Zukunft des Megacastings: Effizienzpotenziale der Druckgussformen, Siegfried Heinrich
- Vorhersage durch KI: Ein gläserner Druckgießprozess, Thomas Götz
- Ausstellerstimme ABP Induction: Induktion im Aufwind, Alexander Keller
- Druckgusstag 2026: Vortragsprogramm
- Lösungen und Exponate: Das sind die Aussteller der Euroguss
Forschung
- Druckgusslegierungen AlSi7MnMg und AlSi10MnMg: Einfluss geringer Ca-Konzentration auf Gefüge und Mechanik, Anna Kisko, Martha Indriyati, Petter Åsholt, Friederike Feikus, Leonhard Heusler
Prozess&Produkt
- Potenzialstudie Megacastings: Chancen und Herausforderungen für die Aluminium-Industrie, Christian Harter, Dinesh Thirunavukkarasu
- Standzeitoptimierung: Strukturanalyse und prädiktive Formkonstruktion, Marco Bottin, Daniele Grassivaro
- Laser Material Deposition: Neue Wege in der Herstellung und Wartung von Druckgussformen, Thomas Schopphoven, Viktor Glushych, Dora Maischner
- Gasinjektionstechnologie: Medienführende Gussteile mit Hohlstrukturen, Florian Mäuser, Lothar Kallien, Babette Tonn
Neues Jahr, neuer Schwung?
Wenn Sie diese Januarausgabe der GIESSEREI in den Händen halten, sind Sie aus dem Jahreswechsel-Break wieder in Ihren Betrieb zurückgekehrt. Was wird 2026 bringen? Wird ein Frühjahr der Reformen kommen, nachdem der Herbst keiner war? Springt die Konjunktur wieder an? Die Prognosen sind verhalten, insbesondere für das verarbeitende Gewerbe. Unser Verband geht von einer „Seitwärtsbewegung“ aus. Will sagen: So richtig voran kommen wir wohl nicht, aber im Vergleich zu 2025 wird es wohl auch nicht desaströs.
Wohlgemerkt: Im Vergleich. Denn die vergangenen Jahre waren speziell für unsere Branche unerfreulich genug. Wir schrumpften in allen Parametern.
Und sind und bleiben doch wichtig in den industriellen Wertschöpfungsketten. Wie der neue Hauptgeschäftsführer unseres Verbandes die Gießerei-Branche erlebt, lesen Sie ab Seite 14. Dr. Martin Theuringer, seit August an Bord, spricht im Interview außerdem über den Standort, dessen politischen Herausforderungen - und die Perspektiven für Guss „Made in Germany“.
Im Anschluss stimmen wir Sie mit unserem zweiten Teil des Specials auf die Euroguss ein, die im Zweijahres-Rhythmus auf dem Nürnberger Messegelände die Druckgussbranche versammelt. Die, und das ist kein Geheimnis, von der Krise des Fahrzeugbaus ganz besonders getroffen ist.
Zum Jahresende intensivierte sich ja die Diskussion um das Aus vom Verbrenner-Aus, getrieben auch sehr stark von der deutschen Politik. Die Kehrtwende erzürnt Anhänger reiner E-Autos und lässt die Freunde des Verbrenners jubeln. Für beides besteht kein Anlass, denn an der Marktsituation ändert sich vergleichweise wenig. Autos aus Deutschland sind nicht deswegen aktuell so vergleichsweise schwach nachgefragt, weil man beim E den Anschluss verpasst habe, wie Kritiker gerne betonen. Das ist schon deshalb belegbar falsch, weil der weltweite Automarkt nach wie vor überwiegend von Verbrennern gedeckt wird – in Europa ist das so, in den USA erst recht und auch in China haben die meisten Neuwagen einen solchen unter der Haube. Die Absatzschwäche ist vielmehr multidimensional: In den USA lautet des Stichwort Zölle, in China Patriotismus - man kauft zunehmend chinesisch, worunter auch japanische und koreanische Hersteller leiden. Die deutschen leiden besonders, weil Premium in China gerade wenig Konjunktur hat.
Lassen wir uns indes überraschen, wie 2026 wird. Vielleicht erholen sich Märkte, vielleicht setzt auch unsere Politik erfreuliche Signale. Ich wünsche Ihnen in jedem Fall ein persönlich gutes und gesundes Jahr und für Ihre Firma ein wirtschaftlich auskömmliches.
PS: Und hier kommt ein weiteres Update zur Düsseldorfer Geisterbaustelle Roßstraße/Rolandstraße. Im Dezember war ungewöhnlich intensive Bautätigkeit zu bestaunen. Kipplaster brachten Material, der Baugraben wurde verfüllt, anschließend auch noch geteert. In anderen Ländern wäre damit die Baustelle sicherlich beendet. Aber nicht hier. Seit Wochen markieren die Bauzäune nun einen Graben, der nicht mehr existiert, und die Baustellenampel verzögert den Verkehr auch weiterhin.