Aktuelles Heft

Die GIESSEREI ist die bedeutendste und auflagenstärkste Gießereifachzeitschrift Europas. Hier finden Sie den Inhalt der aktuellen Ausgabe 02-2024.

BRANCHE | MELDUNGEN

  • ArGeZ: Das 27. Zulieferforum der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie
  • Studie Umweltbundesamt: Verlässlicher politischer Fahrplan nötig

SPECIAL EUROGUSS 2024

  • Großer Zuspruch, große Sorgen, Katharina Koch, Kristina Krüger, Christian Thieme, Martin Vogt, Monika Wirth
  • 2. Europäischer Druckgusswettbewerb – Weniger Gewicht, weniger CO2 und Kosten – wenn weniger mehr ist
  • 23. Druckgusstag 2024 - Mega denken, detailliert planen

FORSCHUNG

  • Gusseisen mit Kugelgrafit - Einfluss von Antimon auf das Gefüge und die mechanischen Eigenschaften, Felix Mori, Vanessa Glück Nardi, Babette Tonn

PROZESS & PRODUKT

  • Für die Zukunft gerüstet - Altsand-Regenerierung ist Standortsicherung, Alexander Dornhöfer, Kevin Grebe
  • Anorganik für den Eisenguss - Erfahrungen mit innovativem warmlufthärtendem Bindersystem, Hartmut Polzin, Theo Kooyers
  • Bentonitgebundene Formstoffe - Wie grün ist Grünsand - Anforderungen und Anpassungen, Oleg Podobed, Sandra Böhnke
  • News

MAGAGEMENT

  • Interview mit Gerd Röders, Kathrin von Hülse, Clara Schüttler - Nachhaltigkeitsbericht für ein Unternehmen aus dem Mittelstand, Lilli Golz
  • Studie von FGR und BDG - Woher kommt künftig der Stahlschrott für Eisengießereien? Ingo Steller, Elke Radtke
  • Wertschöpfung strategisch ausbauen – Heavy Metal aus dem Sauerland, Christian Thieme
  • Verbindend und herausfordernd – Wenn Familie gemeinsam im Unternehmen tätig ist, Baha Meier-Arian

Druckguss – Guss unter Druck

© BDG
Martin Vogt, Chefredakteur der GIESSEREI © BDG

Natürlich war die Messe EUROGUSS in Nürnberg spannend, ja und inspirierend. Die Internationalität zu erleben, das Zusammenkommen von Ausstellern aus vielen Ländern. Dass der Druckguss boomt und auch vom Thema Mega- oder Gigacasting gepusht wird, ist kein Geheimnis.

Aber für die GIESSEREI geht es dann ja auch darum, die europäische Perspektive unter stark deutschem Fokus zu bewerten, und da sieht die Sache weniger inspirierend aus. Deutschlands (Druck-)Gießer sehen sich einem multiplen Strauß an Herausforderungen ausgesetzt, die sogar die Resilienz der klassischerweise sehr resilienten mittelständischen Gießer überfordert. Das ist mein Eindruck nach vielen Gesprächen auf der Messe.

Neben Dauerthemen wie Dekarbonisierung oder wachsender Bürokratie durch immer mehr Berichtspflichten belasten vor allem Fakten aus zwei Bereichen die Branche, aus dem politischen Bereich sowie aus dem wirtschaftlichen, letzterer ebenfalls mit politischen Implikationen. Aus jedem Gespräch über die politischen Fakten ist die Sehnsucht herauszuhören, die Politik möge doch endlich mal eine Zeit lang gleichbleibende Rahmenbedingungen setzen, auf die man sich einstellen kann. Verlässlichkeit lautet hier das Stichwort. Was sich Gießerei- Geschäftsführer wünschen und was sie vom Jahr 2024 erwarten, haben wir in unserer umfangreichen EUROGUSS-Berichterstattung in dieser Ausgabe der GIESSEREI genauer unter die Lupe genommen. Außer der Messe selbst thematisiert sie auch die Preisverleihung des Europäischen Druckgusswettbewerbs mit den Top-Gussteilen sowie den Druckgusstag mit seinem Vortragsprogramm.

Auf der Messe eingespielt wurde die Grußbotschaft von Michael Kellner. Der Wirtschafts- Staatssekretär sagte Sätze wie: „Mittelständische Firmen brauchen Luft zum Atmen .... Bürokratie bremst Fortschritt …Wir sind ein starkes Industrieland. Dafür brauchen wir nicht zuletzt wettbewerbsfähige Strompreise.“ Salbungsvolle, wohltemperierte und auch sehr wahre Sätze, die trotzdem irgendwie schief klingen. Denn sie hören sich an, als ob ein Oppositionspolitiker ankündigt, was er in der künftigen Regierungsverantwortung umsetzen wird.

Nun ist Kellner aber längst Bestandteil der Administration, die bereits seit Jahren regiert. Der wohlwollende Kredit, den die Ampelkoalition zunächst ja durchaus genoss, ist längst verspielt. Die Zeiten werden härter, Tonfall und Gangart verschärfen sich. „Die Unternehmen haben das Vertrauen in die Bundesregierung verloren. Uns reißt der Geduldsfaden“, sagt beispielsweise Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger in drastischer Offenheit.

Und dann wäre da noch der zweite Bereich, die wirftschaftlichen Fakten. So haben nicht wenige Druckgießer auf einen Boom der Elektromobilität Made in Germany gesetzt und in den vergangenen Jahren durchaus investiert. Kreditfinanzierte Investitionen, die natürlich fortwährend bedient werden müssen. Mehr als unschön also für die Branche, wenn der Boom nicht so richtig in Gang kommt und ‒ da ist sie, die politische Implikation ‒ zusätzlich noch politisch abgewürgt wird: Das abrupte Ende der E-Auto-Förderung kurz vor Weihnachten hat dem Thema Stromer dann vollends den Stecker gezogen.