Aktuelles Heft

Die GIESSEREI ist die bedeutendste und auflagenstärkste Gießereifachzeitschrift Europas. Hier finden Sie den Inhalt der aktuellen Ausgabe 07+08/2026.

Branche | BDG

  • Nationaler Gießerei-Dialog: Ein kraftvolles wirtschaftspolitisches Signal für die Bundesregierung

Branche | Meldungen

  • Iron Melting Conference: Zukunft der Eisenschmelzverfahren
  • Volkswagen: Mehrheit an Everllence verkauft
  • Sande Stahlguss: Produktion geht weiter

Branche | Statistik

  • IW-Studie zur ökonomischen Bedeutung der Gießerei-Industrie: Weit mehr als ein Zulieferer, Niklas Reiprich

Branche | Veranstaltungen

  • Laempe Mössner Sinto: Erste Open Week in Meitzendorf, Thomas Doriath
  • Castforge 2026: Leistungsschau in bewegten Zeiten, Niklas Reiprich

Special Forschung

  • Fokus: Meldungen zu Wissenschaft, Forschung und Innovation
  • Aluminium-Druckgießtechnik: Simulationsgestützte Prognose der lokalen Klebeignung, Sebastian Krischke, Norbert Hoffmann, Klaus Dilger
  • Innovative Messtechnik für den Druckgießprozess: Intelligenter Trennmittelauftrag per Fluoreszenzmessung, Alexander Blättermann, Vivien Behrendt, Martin Fehlbier, Jonas Arimont
  • Wertstoffkreislauf Aluminium: Druckgusslegierungen aus Recyclingmaterial für Strukturbauteile, Stuart Wiesner
  • Computational Fluid Dynamics: Meta-Model for Horizontal Continuous Casting of Cast Iron, Ashish Chawla, Jon Spangenberg, Murat Kulahci, Ashkan Rezagholi, Niels S. Tiedje
  • Dissertation: Schlickerbasiertes Binderjetting von Reinaluminium-Bauteilen, Jan Angenoorth
  • Aktuelle Forschungsprojekte: Kurzbeschreibungen laufender Forschung
  • Weitere Forschungsaktivitäten: Tabelle zu Dissertationen, Masterarbeiten und laufenden Projekten
 

Prozess&Produkt

  • Werkstoffentwicklung: Designstrategie für wärmebehandlungsfreie Druckgusslegierungen, Alice Siemund
  • Additive Fertigung: Kurze Prozesszeiten im anorganischen Sand-3D-Druck, Raphael Burger
  • Prozesskontrollsystem APCon: Datenbasierte Assistenz im Strahlprozess, Sebastian Beiner, Timm Fay, Benjamin Hagedorn, Jan Klimke
 

Wir sind wirklich wichtig

© BDG
Martin Vogt, Chefredakteur der GIESSEREI © BDG

Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie in Ihrem Leben bei der Frage nach Ihrem Branchen-Job in ein indifferentes Gesicht gesehen? In der Gießerei-Industrie arbeiten Sie ... Hm, und was machen die so? So läuft das eben, wenn eine Industrie Komponenten beiträgt, die überwiegend Teil eines Ganzen werden. Dass diese Komponenten extrem wichtig sind, oft an entscheidender Stelle sitzen, tragend in Funktion und Stabilität, wussten wir schon immer. Es ist das Mantra unserer Branche, dass wir zwar nur 1 % der industriellen Wertschöpfung ausmachen, dass ohne unsere Leistungen aber die anderen 99 % gar nicht entstehen können. Das ist richtig – und doch unscharf.

Jetzt sind wir als Branche einen entscheidenden Schritt weiter. Die Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der deutschen Gießerei-Industrie arbeitet wissenschaftlich fundiert heraus, wo Deutschlands Gießereien stehen. Mit durchaus überraschenden Zahlen ‒ die Sie auf die entsprechende Frage Ihres Gegenübers charmant verpackt in folgende Information packen können: Ich arbeite in einer Branche, in der mein Arbeitsplatz 57 Industriearbeitsplätze ermöglicht – vielleicht auch Ihren? Und in der 1 Euro Wertschöpfung einen Hebel von 87 Euro in der Industrie hat. Anders gesagt: Wir sind wichtig – und wissen das jetzt auch endlich wissenschaftlich belegt. Die Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung in Köln (IW Köln) hat die Fakten recherchiert und herausgearbeitet. Und dazu die erfreuliche Tatsache, dass es deutsche Gießereien sind, die von ihren Kunden besonders geschätzt werden. In vielen qualitativen Parametern schneiden deutsche Gießereien hervorragend ab – außer beim Preis-Leistungs-Verhältnis.

Und damit sind wir beim zweiten großen, sozusagen übergeordneten Branchen-Thema der letzten Zeit: Dem Nationalen Gießerei-Dialog, der am 10. Juli in Berlin stattgefunden hat. Deutschen Gießereien wird kein mäßiges Preis-Leistungs-Verhältnis zugeschrieben, weil Geschäftsführer nicht wirtschaften können. Es sind bekanntlich die Rahmenbedingungen, die eine optimale Positionierung erschweren – in erster Linie die hohen Stromkosten, aber auch weitere Themen. Jetzt hat sich eine breite Basis aus Politik, Arbeitnehmern und Arbeitgebern zusammengefunden, um diese Themen aufzuschreiben, mit den Bundesländern abzustimmen – und der Bundespolitik in Form eines Positionspapiers zu übergeben. Beim Termin in Berlin wurden der Politik übrigens auch wesentliche Ergebnisse der Studie präsentiert. Schließlich haben wir als Branche sehr gute Argumente parat, um zu sagen: Wir wollen eine bessere Wettbewerbsfähigkeit für den Standort – weil wir verdammt wichtig sind. Sie wissen ja: 1:57 und 1:87. Und das sind starke Argumente.

Über beides – den Dialog in Berlin und die Studie – berichten Artikel auf den kommenden Seiten dieser Doppelausgabe der GIESSEREI. Darüber hinaus lesen Sie unter anderem unseren Bericht zur Stuttgarter CastForge sowie unser umfangreiches Special zum Thema Forschung. Denn auch wenn passende Rahmenbedingungen eine notwendige Voraussetzung für erfolgreiche Produktion sind – Wettbewerbsfähigkeit bemisst sich natürlich auch an der innerbetrieblichen Struktur sowie den Verfahren und Prozessen, die State of the Art sein müssen.