Veranstaltung
Foto: Oliver Wachenfeld
11.08.2026

Aluminium 2026: Leichtes Metall, gewichtige Fragen

Die ersten Referenten und Sessions des Konferenzprogramms der Fachmesse Aluminium stehen fest. Politik, Verbände und internationale Unternehmen diskutieren auf zwei Bühnen, was die Branche jetzt bewegt – zum Beispiel Europas erste neue Primärhütte seit mehr als drei Jahrzehnten, den Wettbewerbsdruck im Automobilbau und die künftige CO2-Bepreisung.

Vom 6. bis 8. Oktober wird die Messe Düsseldorf wieder zum globalen Treffpunkt der Aluminiumindustrie: Die Aluminium 2026 erwartet über 800 Aussteller und Partner sowie mehr als 21 000 Fachbesucher. Neben sechs Hallen voller neuer Technologien und Innovationen liefert ein umfassendes Konferenzprogramm den nötigen Kontext. Auf zwei Bühnen widmen sich internationale Experten der Frage, wohin sich Politik, Regulierung und Märkte in den kommenden Jahren entwickeln. Alle Sessions sind laut Veranstalter RX im Besucherticket enthalten.

Zwei Fachkonferenzen bilden den Rahmen

Strategisches Wissen für Entscheider liefert die Aluminium Conference in Halle 7a, organisiert gemeinsam mit Eventpartner Aluminium Deutschland. Hier geht es ganz konkret um Marktentwicklung, Politik und Lieferketten – und um die Aussichten zentraler Anwenderbranchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Verpackung und Bau. Erstmals dabei ist die Sustainability & Recycling Conference in Halle 6, die gemeinsam mit Branchenanalyst CRU ausgerichtet wird: Hier dreht sich alles um Kreislaufwirtschaft, CO₂-arme Produktion und die Frage, wie Emissionen künftig reguliert und bepreist werden.

Die Eröffnungs-Keynote hält Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschafts- und Klimaschutzministerin von Nordrhein-Westfalen. In ihrem Vortrag wird sie die zentrale Rolle des Aluminiums für Europas Industrie- und Energiepolitik thematisieren. Dazu kommen die Spitzen großer Verbände wie Aluminium Deutschland und European Aluminium sowie Top-Führungskräfte von Novelis, Constellium, Hydro, Speira, Schüco, Airbus Defence and Space und anderen Weltkonzernen. „So nah am Tagesgeschäft unserer Besucher war unser Programm noch nie“, sagt Patrick Herman, Event Director der Aluminium bei RX. „Was auf unseren Bühnen diskutiert wird, sind exakt die Themen, die aktuell in den Chefetagen der Branche auf dem Tisch liegen.“

Strategien für entscheidende Jahre 

Gleich am ersten Tag steht eine der spannendsten Sessions des Programms an: „Enabling Europe's First Primary Aluminium Smelter in Over Three Decades: Low Carbon, in Europe, for Europe“. Maxime Vandersmissen, Chief Commercial Officer von Arctial, stellt die geplante Hütte vor: 0,6 Millionen Tonnen Jahreskapazität, Standort Finnland, Energieversorgung komplett fossilfrei. Angesichts von mehr als 60 % Importabhängigkeit beim Primäraluminium wäre das ein Meilenstein für Europas Rohstoffsicherheit.

Um die Automobilbranche geht es in „Automotive under Pressure – Can Europe Keep its Competitive Edge?“: Führungskräfte von Novelis und Constellium erörtern, was die Aluminium- Lieferkette leisten kann, wenn Umweltauflagen strenger werden und der globale Wettbewerb an Schärfe gewinnt.

Foto: Jannik Hammes
Das Vortragsprogramm der Aluminium stößt auf reges Interesse. In diesem Jahr werden 21 000 Fachbesucher erwartet. Foto: Jannik Hammes

Auch am zweiten Tag stehen die Anwenderbranchen im Mittelpunkt. Novelis und Speira diskutieren in „Packaging for a Changing World“, wie sich Aluminium als Verpackungsmaterial der Wahl im Spannungsfeld von Regulierung, Verbrauchernachfrage und globalem Wettbewerb behaupten kann. Und Schüco stellt in „Building Beyond Carbon“ neue Materialien und Strategien für Europas Bauwirtschaft vor.

Regulierung als Chance

Zum Auftakt gibt Paul Williams, Head of Aluminium Value Chain bei CRU, die Richtung vor: Hier wird Nachhaltigkeit an den Realitäten des Marktes gemessen. Die Session „Aluminium Demand – From Energy Transition to AI“ zeigt, wie Energiewende und KI-Boom neue Nachfragemuster schaffen und die Lieferketten verändern.

Das Thema Regulierung steht gleich zweimal im Fokus: „Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM): Implementation and Current Status“ liefert eine praxisnahe Bestandsaufnahme, was CBAM heute für Produzenten und Händler bedeutet. In „Carbon Pricing: The Future Direction of Carbon Prices“ zeigen CRU-Analysten, welche Trends, Regulierungsänderungen und Technologien die CO2-Kosten von morgen bestimmen.

Am zweiten Tag spricht Marijn Rietveld, VP and Head of Innovation and Strategic Partnerships bei Hydro, in „Aluminium as a Strategic Raw Material“ über Transparenz in der Wertschöpfungskette und die Frage, wie sich Industrien zukunftssicher aufstellen. Abgerundet wird das Programm durch Fachsessions zu Themen wie Recyclinganteilen und recyclinggerechtem Legierungsdesign.

Die Konferenzbühne ist eingebettet in die Sustainability & Recycling Area in den Hallen 6 und 5, mit eigenen Ausstellungsflächen, Showcases und Networking-Lounge. Das Leitthema Nachhaltigkeit hat damit einen festen Ort auf der Messe.

Awards, Pavillons und digitale Services

Gleich am 6. Oktober stehen die Women with Metal Awards auf dem Programm, gemeinsam präsentiert mit Women with Metal, ALFED und Aluminium International Today. Sie würdigen die vielen Frauen, die die globale Aluminiumindustrie prägen. Erstmals verliehen werden die Aluminium Innovation Awards, eine gemeinsame Initiative mit dem International Aluminium Journal. Sie feiern den Erfindergeist, der die Branche voranbringt – von CO2-armer Fertigung über Automatisierung bis zur Produktinnovation. Vom 7. bis 23. September läuft das öffentliche Online-Voting, am 7. Oktober werden die Gewinner auf der Messe gekürt.

Wer gezielt in die Tiefe gehen will, wird in den fünf Themenpavillons fündig: Foundry, Primary, Surface, Magnesium und Sustainability bündeln Spezialwissen und Speziallösungen an einem Ort. Im Newcomer Pavilion präsentieren sich junge Unternehmen der Branche. Wer die wichtigen nordischen Märkte im Blick hat, findet in den Länderpavillons aus Dänemark und Norwegen sowie im Aluminium Scandinavia Pavilion die richtigen Ansprechpartner.

Für dieses Jahr hat RX eine mobilfreundliche Weblösung namens „Aluminium Now“ entwickelt, die die Besucher durch die Messetage navigiert. Sie führt zu den passenden Ausstellern und Sessions und erfasst Kontakte über eine integrierte Colleqt-QR-Funktion. Das Programm wird bis Veranstaltungsbeginn fortlaufend aktualisiert. Einen aktuellen Überblick über alle Sessions gibt es auf der Website der Messe: ALUMINIUM Exhibition

Beitragsbild: Oliver Wachenfeld