Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) bringt ihre Expertise jetzt in die Initiative Leichtbau des Bundeswirtschaftsministeriums ein. Seit September betreibt die Einrichtung die entsprechende Geschäftstelle.
Mit der Übernahme der Geschäftsstelle wird die BAM das BMWE bei der strategischen Weiterentwicklung der Initiative auf nationaler und europäischer Ebene unterstützen. Ziel ist es, sie zukunftsorientiert aufzustellen, ihre fachlichen Schwerpunkte zu schärfen und neue technologische Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen. Hierfür verfügt die BAM über wissenschaftlich-technische Expertise im Leichtbau, insbesondere bei der Entwicklung innovativer Werkstoffe und Fertigungstechnologien sowie über ein etabliertes Netzwerk in Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand.
Die Geschäftsstelle koordiniert zentrale Aktivitäten der Initiative Leichtbau des BMWE und fungiert als Netzwerkknoten für die Leichtbau-Akteure in Deutschland und Europa. Sie unterstützt den material- und branchenübergreifenden Wissens- und Technologietransfer. Damit soll die Vernetzung von Industrie und Forschung entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter gestärkt und der Transfer innovativer Leichtbaulösungen in die industrielle Anwendung beschleunigt werden.
Die Initiative Leichtbau des BMWE ist die zentrale Plattform für den branchen- und materialübergreifenden Austausch im deutschen Leichtbau. Durch Veranstaltungen, internationale Kooperationen sowie zahlreiche Informations- und Vernetzungsangebote bringt die Initiative Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen und unterstützt den Transfer von Leichtbau-Innovationen in die Praxis. Hierdurch wurde ein leistungsfähiges Leichtbau-Ökosystem in Deutschland etabliert.
Der Leichtbau ist eine branchen- und materialübergreifende Transformationstechnologie und ein bedeutender Treiber für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Industriestandorts Deutschland. Durch einen effizienteren Material- und Energieeinsatz trägt Leichtbau dazu bei, den Rohstoffbedarf zu senken, damit Importabhängigkeiten zu reduzieren und industrielle Wertschöpfungsketten resilienter sowie nachhaltiger zu gestalten. Gleichzeitig ist Leichtbau ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Eine BMWE-Studie beziffert den direkten Wertschöpfungsbeitrag des Leichtbaus auf rund 124 Milliarden Euro. Rund 1,3 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland weisen einen direkten Leichtbaubezug auf – damit entfaltet Leichtbau auch bedeutende Beschäftigungseffekte.
Das Beitragsbild zeigt (v.l.): Dr. Bastian Kern (BMWE), Leiter Referat Rohstofffonds und Leichtbau, und Dr. Moritz Caspar Schlegel (BAM), neuer Leiter der Geschäftsstelle; Foto: BAM