Ein einzelnes Produkt oder Dokument unter Tausenden anhand seiner Oberflächenstruktur erkennen: Das ist die Idee von Origify. Die Technologie zur markierungsfreien Authentifizierung und Rückverfolgung entstand in einer langjährigen Forschungspartnerschaft zwischen dem Fraunhofer IPM und der Robert Bosch GmbH.
Mit Origify lassen sich Produktfälschungen ganz einfach per Smartphone-App erkennen. Kern des Verfahrens ist die Biometrie der Dinge: Jede Oberfläche zeigt bei genauer Betrachtung individuelle Merkmale, ähnlich einem Fingerabdruck. Für die Echtheitsprüfung wird jedes Produkt einmalig von einer Kamera erfasst, z. B. während der Produktion. Ein Algorithmus analysiert die Oberflächenmerkmale, digitalisiert die Daten und speichert sie manipulationssicher als Bitfolge in der Cloud. Zur Verifizierung scannen Nutzerinnen und Nutzer das Produkt mit der Origify-App oder einem stationären Kamerasystem. Der Abgleich mit den Datenbankeinträgen erfolgt in Echtzeit.
Die Idee und die Technologie für die markierungsfreie Identifikation entstanden bereits 2008 am Freiburger Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik (IPM). Die Robert Bosch GmbH war seither als Entwicklungspartnerin dabei. Der Durchbruch gelang 2019 bei der Wiedererkennung von Partikelsensoren. Unter über 50.000 Bauteilen erreichte die Wiedererkennungsrate 99,8 Prozent, und das unter rauen Bedingungen im Produktionsumfeld. Ein Wert, der das Verfahren für die Rückverfolgung von Zero-Tolerance-Produkten mit sehr hohen Sicherheitsanforderungen qualifiziert.
In der industriellen Fertigung sind Rückverfolgbarkeit und Produktauthentifizierung entscheidend für Sicherheit, Qualität und gesetzliche Vorschriften. Viele derzeitige Systeme verlassen sich jedoch auf externe Kennzeichnungen wie Etiketten, Barcodes oder Gravuren, die beschädigt, entfernt oder gefälscht werden können. Dies kann Unsicherheit schaffen, Abläufe verlangsamen und das Risiko von gefälschten oder nicht konformen Teilen erhöhen.
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