Unternehmen
Foto: Silbitz Group
30.09.2026

Eisengießerei Torgelow setzt auf Großmotoren

Die Eisengießerei der Silbitz Group in Torgelow hat nach dem Wegfall eines wichtigen Windkraftkunden ihre Produktion neu ausgerichtet. Nach Informationen des "Nordkurier" trägt vor allem die steigende Nachfrage nach Gussteilen für Großmotoren zur Auslastung des Werks bei.

Noch im Frühjahr herrschte in der Eisengießerei Torgelow gedämpfte Stimmung, nachdem Siemens Gamesa beschlossen hatte, die Fertigung verschiedener Komponenten für Windenergieanlagen nach China zu verlagern. Das Werk verlor damit einen wichtigen Großkunden, der über die Hälfte des Jahresumsatz ausgemacht hatte.

Wie der "Nordkurier" berichtet, reagiert das Unternehmen jetzt mit einer stärkeren Ausrichtung auf die Herstellung von Großmotoren. Die Produktion der bis zu 90 Tonnen schweren Motorblöcke habe bereits im laufenden Quartal das Niveau des gesamten Vorjahres übertroffen. Der Bereich sei inzwischen der wichtigste Produktionsschwerpunkt des Standorts. 

Laut Bericht entfallen derzeit rund 65 Prozent der Auslastung auf Großmotoren, während Windenergiekomponenten noch etwa 30 Prozent des Produktionsvolumens ausmachen. Die Nachfrage nach Motoren für Anwendungen im Schiffbau, in Rechenzentren sowie in der dezentralen Energieerzeugung habe die Neuausrichtung begünstigt. Die Aggregate können den Angaben zufolge mit unterschiedlichen Kraftstoffen wie Diesel, Erdgas, Biogas, Wasserstoff oder Ammoniak betrieben werden.

Mit rund 270 Beschäftigten und 15 Auszubildenden blieb die Belegschaft trotz des Kundenverlusts unverändert. Die Auftragslage im Segment Großmotoren reiche mittlerweile bis 2030, heißt es in der Zeitung. Zur Stabilisierung habe auch ein Darlehen der Landesbank Mecklenburg-Vorpommern über 15 Millionen Euro beigetragen. 

Beitragsbild: Silbitz Group