Mit über 700 Ausstellern verzeichnet die Euroguss eine hohe Präsenz an Unternehmen aus verschiedenen Bereichen des Druckgusses. Wir werfen einen ersten Blick in die Messehallen und stellen Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor. Teil 1 unserer Messe-Serie.
Bearbeitungszentrum für Großgussteile
Das Unternehmen Grob bringt ein Bearbeitungszentrum für großformatige Fahrzeugkomponenten auf die Euroguss. Unter anderem stellt der Mindelheimer Maschinenbauer sein Modell "G920F5" vor, das für die Bearbeitung von Megacastings entwickelt wurde, die zunehmend in Fahrzeugkarosserien zum Einsatz kommen.
Nach Angaben des Unternehmens kombiniert das 5-Achs-Bearbeitungszentrum hohe Steifigkeit, thermische Stabilität und eine dynamische Maschinenkinematik. Die Maschine soll dadurch eine präzise Bearbeitung komplexer Strukturen bei gleichzeitig hoher Produktivität ermöglichen. Die Architektur ist modular aufgebaut und lässt sich an unterschiedliche Fertigungsanforderungen anpassen. Laut Grob sind weltweit bereits mehr als 50 Maschinen dieser Baureihe im Einsatz. Zu den technischen Merkmalen der G920F5 gehören ein großer Arbeitsraum für bis zu zwei Bauteile im Megacasting-Format, zwei Motorspindeln für die simultane 5-Achs-Bearbeitung, hochdynamische Linearachsen sowie verschiedene Automatisierungsoptionen wie Palettenwechsler oder Roboterschnittstellen. Ergänzt wird das System durch digitale Vernetzung und intelligente Prozessüberwachung.
Grob Werke
Halle 7A, Stand 420
Automatisiertes Gussputzen
Reis Robotics wird auf der Euroguss ein ausgebautes Maschinenportfolio für das automatisierte Gussputzen präsentieren. Das Unternehmen aus Obernburg ergänzt seine bisherigen werkzeuggeführten Systeme um neue bauteilgeführte Anlagen. Grundlage der Weiterentwicklungen ist die Steuerungsgeneration Robotstar VII auf Siemens-Basis, die laut Unternehmen Präzision, Effizienz und Flexibilität der Bearbeitung steigern soll.
Mit dem neuen PreMachiningCenter (PMC) richtet sich Reis Robotics gezielt an den Automatisierungsbedarf kleiner und mittlerer Gießereien, die unter anderem einem Fachkräftemangel gegenübers. Das PMC kombiniert eine neue Steuerungsplattform, Robotermechanik und Positionierer mit bis zu fünf Achsen und einer Traglast von bis zu 7000 kg. Die Steuerung verarbeitet Sensor- und Spindeldaten in Echtzeit, um Bearbeitungsprozesse zu optimieren. Die Robotermechanik soll auch unter anspruchsvollen Bedingungen hohe Wiederholgenauigkeit gewährleisten. Das System selbst ist modular aufgebaut und kann laut Reis in bestehende Produktionslinien integriert werden. Es eignet sich für Bauteile aus Aluminium, Grauguss oder Stahl. Für kleinere oder leichtere Werkstücke bietet das Unternehmen zudem bauteilgeführte Anlagen mit Ein- und Auslaufpuffern sowie kamerabasierten Lösungen zur Lageerkennung an.
Reis Robotics
Halle 4, Stand 240
Präzise Qualitätsprüfungen mit 3D-Scannern
Das Messtechnikunternehmen Creaform stellt auf der Euroguss eine neue Generation seiner tragbaren 3D-Scanner vor. Die HandySCAN-3D-EVO-Series soll Qualitätsprüfungen in der industriellen Fertigung zuverlässiger machen und insbesondere bei komplexen Geometrien oder anspruchsvollen Oberflächen präzisere Ergebnisse liefern.
Die EVO-Serie arbeitet mit 46 blauen Laserlinien und erreicht laut Hersteller eine Messgenauigkeit von 0,020 Millimetern. Zu den zentralen Neuerungen zählt eine integrierte grafische Benutzeroberfläche, die dem Bediener Scandaten und Bauteil in Echtzeit anzeigt. Das erleichtert die Orientierung, bestätigt die Datenvollständigkeit und soll den Wechsel zwischen Scanner und Computer verringern. Abweichungen lassen sich während des Scanvorgangs farblich markieren. Ebenfalls neu ist eine integrierte Fotokamera, die für Dokumentationszwecke Bilder erstellt und diese direkt mit dem 3D-Modell verknüpft.
Creaform
Halle 7, Stand 202
Roboter übernehmen Röntgenprüfung
Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) präsentiert auf der Euroguss neue Verfahren zur flexiblen Prüfung großformatiger und geometrisch komplexer Gussbauteile. Am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand demonstrieren Forscher, wie sich Bauteile mithilfe von Röntgen- und Computertomografie (CT) auch an schwer zugänglichen Stellen vollständig analysieren lassen. Grundlage dafür ist das RoboCT-System, bei dem zwei oder mehrere Roboter Röntgenröhre und -detektor um das Objekt bewegen und so eine lückenlose Durchstrahlung ermöglichen.
Neben der Bauteilprüfung zeigt das Fraunhofer-Team auch Lösungen zur Prozessoptimierung im Gießereiumfeld. Die Cast-Control-Software verknüpft Daten aus dem Gießprozess mit den Resultaten der Röntgenanalyse. So können Ursachen für Qualitätsabweichungen frühzeitig erkannt und Ausschussquoten reduziert werden. Die vorgestellten Technologien fließen zudem in das Projekt „FutureCarProduction“ ein, das ein nachhaltiges Karosseriekonzept für den Fahrzeugbau entwickelt. Das Konzept wird ebenfalls auf der Messe vorgestellt.
Fraunhofer IIS
Halle 4a, Stand 233
Dosiersteuerung in nächster Generation
Der Ofenbauer Striko Westofen will auf der Euroguss demonstrieren, wie moderne Schmelz- und Dosiertechnik die Wettbewerbsfähigkeit von Gießereien steigern kann. Am Messestand der Muttergesellschaft Norican präsentiert das Unternehmen digitale Lösungen, neue Steuerungstechnologien und effizienzoptimierte Ofensysteme.
Im Mittelpunkt steht die vierte Generation der Dosiersteuerung "ProDos4". Die Weiterentwicklung soll präzisere Dosierergebnisse ermöglichen, indem intelligente Algorithmen Druckschwankungen automatisch kompensieren und Ausschuss reduzieren. Eine integrierte Remote-Schnittstelle erleichtert Diagnose und Datenzugriff, was wiederum Stillstände verkürzt. Die Steuerung ist laut Hersteller intuitiv bedienbar und soll anspruchsvolle Prozesskontrolle für jeden Bediener zugänglich machen. Zusätzlich informiert Striko Westofen in Nürnberg über seine Schmelz- und Dosiersysteme der Modellreihen "Strikomelter" und "Westomat" sowie digitale Monitoring-Lösungen aus der Monitizer-Reihe.
Striko Westofen
Halle 4a, Stand 331
Retrofit für Strahlmaschinen
Auf der Euroguss informiert Sinto Agtos über neue Trends in der Strahltechnik, die aufgrund der zunehmenden Komplexität von Guss-Werkstücken immer anspruchsvoller wird. In diesem Zusammenhang ist auch die Reproduzierbarkeit des Strahlprozesses wichtig.
Nicht immer leisten vorhandene Maschinen das, was heute verlangt wird, betont Sinto Agtos. Anstelle einer Neuinvestition könne ein Retrofit sinnvoll sein. Die Besucher erhalten einen Überblick darüber, was berücksichtigt werden muss und wie der Umbau praxisgerecht gelingen kann. Für den Fall einer Neuinvestition stehen ebenfalls in der Praxis bewährte Lösungen zur Verfügung.
Sinto Agtos
Halle 5, Stand 149
Weitere Einblicke in das Ausstellerumfeld der Euroguss erhalten Sie im zweiten Teil unserer Messe-Serie, den Sie ab dem 5. Januar hier im Home of Foundry lesen.
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Markus Winterhalter
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Beitragsbild: Nürnberg Messe/Frank Boxler