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Foto: Ardan Fuessmann – adobe.stock.com
23.01.2026

Fondium: Lohnverzicht gegen Erhalt von Arbeitsplätzen

Die Eisengießerei Fondium aus Mettmann hat sich mit der IG Metall auf einen sogenannten Transformationstarifvertrag geeinigt. Damit wollen beide Seiten die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens steigern und die Arbeitsplätze am Standort langfristig sichern. Um dieses Ziel zu erreichen, verzichten die Beschäftigten auf Teile ihres Tarifeinkommens.

Seit Monaten kämpft Fondium mit der tiefgreifenden Struktur- und Absatzkrise in der Automotive-Zulieferbranche. Durch den nun geschlossenen Transformationstarifvertrag kann das Traditionsunternehmen, das hochbeanspruchbare Leichtbauteile in Eisenguss produziert und verarbeitet, seine Kostenstruktur an die sinkenden Abrufe der Automobilhersteller und Off-Highway-Kunden anpassen. Letztere stammen primär aus Branchen wie Landwirtschaft, Bauwesen, Bergbau und Materialtransport, die robuste, spezialisierte Maschinen benötigen.

„Wie viele andere Zulieferer stehen wir unter massivem wirtschaftlichem Druck“, betont Rainer Bosky, CEO von Fondium, nach der Unterzeichnung des neuen Tarifvertrages. „Einerseits sind die Abrufe stark zurückgegangen, weil europaweit weniger Fahrzeuge gebaut werden. Andererseits müssen wir aber auch investieren und uns modernisieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Der neue Tarifvertrag ermögliche dem Unternehmen nun wieder eine gute Zukunft.

Planungssicherheit für beide Seiten

Auch die IG Metall blickt zuversichtlich in die Zukunft. „Unser Tarifvertrag schafft Planungssicherheit für beide Seiten“, ergänzt Hakan Civelek, Geschäftsführer der IG Metall Velbert. „Zum einen werden der Produktionsstandort in Mettmann durch Investitionen langfristig gesichert und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert, zum anderen sorgt dieser Tarifvertrag für mehr Sicherheit bei unseren Kolleginnen und Kollegen, weil über viele Jahre der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen vereinbart wurde.

Auch die Beschäftigten stehen hinter den Tarifvertrag. Auf einer IG Metall-Mitgliederversammlung votierten rund 90 Prozent der Belegschaft für den Abschluss des Transformationstarifvertrages. „Die überwältigende Zustimmung der Belegschaft zeigt, dass sie bereit ist, Verantwortung für ihr Unternehmen zu übernehmen und aktiv an der Neuausrichtung des Standortes mitzuwirken“, so der Betriebsratsvorsitzende Halit Efetürk. „Wir haben ein hohes Maß an Sicherheit für die Arbeitsplätze geschaffen und sorgen gleichzeitig dafür, dass das Unternehmen weiterhin als attraktiver Arbeitgeber besteht.

Zukunftsfähige Rahmenbedingungen gefordert

Gleichwohl sich die Tarifvertragsparteien auf einen gemeinsamen Weg verständigt haben, fordern sie vor allem von der Politik noch mehr Unterstützung. „Wir werden als Industrieunternehmen nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn auch die Rahmenbedingungen zukunftsfähig sind. Vor allem brauchen wir wettbewerbsfähige Energiepreise und weniger Bürokratie, um erfolgreich bestehen zu können“, so die einhellige Meinung der Betriebsparteien und der IG Metall. „Es ist schon einiges passiert, es muss allerdings noch nachgelegt werden. Dann werden wir gemeinsam die Deindustrialisierung in Deutschland verhindern können.“

Die Gießerei Fondium Mettmann GmbH – vormals GF Casting Solutions Mettmann GmbH – ist das regional bedeutendste Industrieunternehmen in Mettmann und wurde im Jahr 1907 gegründet. Mit rund 805 Mitarbeitern und einer Produktionskapazität von 160 000 Tonnen pro Jahr produziert der Standort Gusskomponenten für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie.

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