Unternehmen
27.01.2026

GMH fusioniert drei Töchter zur Open-Die Forging Group

Im Rahmen der Integration von Kind & Co. und Buderus Edelstahl in die GMH Gruppe fasst das Unternehmen nun beide Firmen mit den Schmiedewerken Gröditz zu einer einzigen Einheit zusammen. Die sogenannte Open-Die Forging Group soll die Position auf den europäischen Märkten für Werkzeugstahl und Freiformschmieden stärken. Dafür sind auch Investitionen in Höhe von 30 Millionen Euro geplant.

Im Mittelpunkt der Integration stehen die koordinierte Produktionsplanung, Metallurgie, Logistik und der Vertrieb der drei Unternehmen. Die GMH Gruppe erwartet Effizienzsteigerungen durch gemeinsames Kapazitätsmanagement, abgestimmte Prozesse und die Konsolidierung von Schnittstellen.

Die neue Gruppe weist jedem Unternehmen einen definierten industriellen Schwerpunkt zu: Kind & Co konzentriert sich auf die Warmumformung sowie Premium- und umgeschmolzene Werkzeugstähle für technisch anspruchsvolle Anwendungen, mit starkem Fokus auf das Endverbrauchergeschäft, einschließlich technischer Anwendungsunterstützung und Vakuumhärtungsdienstleistungen. Die Schmiedewerke Gröditz sind indes auf aufwändige Freiformschmiedeteile, gewalzte Ringe, Baustahl und technische Schmiedeteile für Kunststoffformteile als auch Edelstahl und umgeschmolzener Stahl (ESR) spezialisiert. Schließlich tritt Buderus Edelstahl als Komplettanbieter für Werkzeugstahl für Großbauteile, Kunststoffformteile, Werkzeughalter und Formrahmen mit hoher Fertigungstiefe sowie Edelbaustähle auf.

Gezielte Investitionen 

Um die Integration zu unterstützen und die Kompetenzen weiter auszubauen, will die GMH Gruppe rund 30 Millionen Euro in die Open-Die Forging Group investieren. Das vorgestellte Programm umfasst

  • einen neuen Gießwagen bei den Schmiedewerken Gröditz (höhere Produktionsleistung und höhere Reinheit).
  • einen neuen Härteofen für große Struktur- und Gigacasting-Teile in Bielstein (erhöhte Kapazität und Vakuumhärtungsmöglichkeiten für größere Komponenten, wodurch neue Marktchancen erschlossen werden).
  • Verlagerung energieeffizienter Schmiedeöfen von Wetzlar nach Gröditz (geringerer Gasverbrauch und reduzierte CO2-Emissionen).

Beitrag zur Versorgungssicherheit der Industrie

Dadurch stehen der GMH Gruppe eigenen Angaben zufolge mehr als 400 Stahlsorten und über 2.500 Analysemodifikationen zur Verfügung - von Standard-Werkzeugstählen bis hin zu hochwertigen umgeschmolzenen Qualitäten. Die Produktion umfasse auch kleine Stückzahlen und kleinformatige Komponenten, die direkt aus einer Hand geliefert werden. "Als Komplettanbieter von hochkomplexen Freiformschmiedeteilen, Werkzeugstahl, Edelbaustahl und nahtlos gewalzten Ringen bieten wir unseren Kunden voll integrierte Lösungen aus einer Hand – von der technologischen Beratung für anspruchsvolle Anwendungen über die eigene Stahlproduktion und -veredelung bis hin zu Schmiedearbeiten, Wärmebehandlung und komplexer Bearbeitung", fasst Dr. Alexander Becker, CEO der GMH Gruppe, zusammen. 

Die Fusion ist laut GMH ausgerichtet auf die steigende Nachfrage nach zuverlässigen europäischen Bezugsquellen in Branchen wie dem Automobilbau, dem Maschinenbau und dem Druckguss. Die kombinierten Lagerbestände in Deutschland, Italien, China und den USA sollen die Materialverfügbarkeit verbessern und Schwankungen in den internationalen Lieferketten abmildern. Die Jahresproduktion des integrierten Portfolios beläuft sich auf insgesamt mehr als 100.000 Tonnen. 

Foto: GMH Gruppe