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Foto: Deutsche Messe
26.10.2026

Hannover Messe legt Schwerpunkt auf Datacenter

Der zunehmende Einsatz von KI in der Industrie treibt die nächste industrielle Revolution voran. Dafür sind geeignete Daten und deren Verarbeitung sowie eine leistungsfähige und sichere Infrastruktur Voraussetzung. Diesen Schwerpunkt setzt die Hannover Messe mit dem Thema Datacenter.

Die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Fabriken und Anlagen erfordert den Zugriff auf riesige Datenmengen. Dadurch steigen die Anforderungen an Rechenleistung, Speicherplatz und Konnektivität kontinuierlich. Um KI-Anwendungen skalieren zu können, benötigen Anbieter robuste Datacenter. Welche Möglichkeiten es gibt, zeigt die Hannover Messe vom 5. bis zum 8. April 2027. Zu den Ausstellern zählen Unternehmen, die Datacenter planen, bauen und betreiben. Ebenso sind Anbieter von KI-Lösungen für Fabriken, Energiesysteme und Lieferketten vertreten.

m Juli 2026 hat die Europäische Kommission die Ausschreibung für bis zu sieben AI Gigafactories eröffnet. Dabei handelt es sich um Datacenter, die für das Training und die Weiterentwicklung von KI genutzt werden sollen. Jedes Center soll über 100.000 KI-Beschleuniger verfügen. Mit bis zu 10 Milliarden Euro öffentlichen Mitteln sollen mindestens 20 Milliarden Euro private Investitionen mobilisiert werden. Laut Bundesregierung soll mindestens eine Gigafactory in Deutschland entstehen. Die Auswahl ist für Anfang 2027 geplant, unmittelbar vor der Hannover Messe.

"Rechenzentren werden Teil der industriellen Infrastruktur"

AI Gigafactories decken den enormen Rechenbedarf zentraler KI-Modelle ab. Für viele industrielle Anwendungen, etwa in der Qualitätssicherung oder im Energiemanagement, sind jedoch kleinere, dezentrale Kapazitäten mit minimaler Verzögerung erforderlich. Die Wahl des richtigen Datacenters (vor Ort, ausgelagert oder in der Cloud) richtet sich stets nach dem jeweiligen Anwendungsfall. In der Praxis setzen sich daher zunehmend hybride Systemarchitekturen durch.

„Die großen KI-Projekte in Europa stehen erst am Anfang. Niemand weiß heute genau, wie das KI-Rechenzentrum von morgen aussieht – deshalb müssen wir Standort, Energie und Architektur von Anfang an zusammendenken“, erklärt Alexander Hauser, Geschäftsführer, Hyceon (vormals TTSP HWP) sowie Beirat und designierter Vizepräsident der GDA (German Datacenter Association). „Rechenzentren werden Teil der industriellen Infrastruktur – etwa, wenn ihre Abwärme Quartiere und Produktionsstandorte versorgt.“

Datacenter Pavillon in Halle 17

Der Datacenter Pavilion in Halle 17 bietet Anbietern von Datacenter-Lösungen eine gezielte Plattform für den Industriemarkt. Im Umfeld der Themen KI, Konnektivität und IT/OT-Sicherheit treffen Aussteller dort direkt auf Entscheiderinnen und Entscheider, die nach digitalen Infrastrukturen suchen. Eine Außenfläche für Live-Demonstrationen macht die Lösungen vor Ort erlebbar. Auf dem Freigelände daneben steht ein Datacenter in Stahlmodulbauweise, das komplett ohne Beton auskommt. Es folgt den Vorgaben der EU-Taxonomie sowie den Prinzipien des zirkulären Bauens und dient als Beispiel für nachhaltige Entwicklung und die Verringerung von Treibhausgasemissionen.

Das Rahmenprogramm hebt das Thema Datacenter ebenfalls hervor. Auf der Center Stage geht es am Messedienstag in einer Session um das Thema „AI Resilience & Sovereignty“. Unter dem Motto „Datacenter Denkfabrik” stehen die Solution Labs am Dienstag- und Mittwochvormittag ganz im Zeichen von Datacenter. In Masterclasses, Roundtables und Fachvorträgen treten Anbieter mit Anwendern in den direkten Dialog, um deren konkrete Anforderungen an Rechenleistung, Energieeffizienz und Konnektivität zu erfahren.

Beitragsbild: Deutsche Messe