In Stuttgart ist das Forschungsprojekt "OpenData4KMU" gestartet. Darin wird untersucht, wie KMU mit frei verfügbaren, uneingeschränkt nutzbaren Daten ihre Planungsprozesse verbessern können.
Unsichere Märkte, volatile Lieferketten und steigende Komplexität stellen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zunehmend vor Herausforderungen in der Planung und im Forecasting. Gleichzeitig stehen zahlreiche externe Datenquellen kostenfrei zur Verfügung, werden jedoch bislang kaum systematisch genutzt.
Hier setzt das gemeinsame Forschungsprojekt des International Performance Research Institute (IPRI) und des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, Prozesse und Systeme (LSWI) an der Universität Stuttgart an. Ziel ist es, ein strukturiertes und praxisnahes Vorgehen zu entwickeln, mit dem KMU Open Data systematisch identifizieren, bewerten und in bestehende Forecasting-Prozesse integrieren können. Dabei werden geeignete Datenquellen, passende Prognosemethoden sowie konkrete Schritte zur Umsetzung im Unternehmenskontext miteinander verknüpft.
Systematische Nutzung externer Daten
Im Rahmen des Projekts werden zunächst geeignete Anwendungsfälle identifiziert und typische Datenquellen analysiert. Darauf aufbauend entsteht ein methodisches Grundgerüst (Framework), das Unternehmen dabei unterstützt, relevante Daten auszuwählen und mit bestehenden internen Daten zu kombinieren. Durch die Integration externer Datenquellen sollen Prognosen präziser und robuster werden. Die KMU sollen also befähigt werden, fundierte Entscheidungen zu treffen und schneller auf Veränderungen in ihrem Umfeld zu reagieren.
Einen besonderen Wert legen die Wissenschaftler auf die Praxistauglichkeit: Ein softwarebasierter Demonstrator soll es den Unternehmen ermöglichen, das entwickelte Vorgehen mit geringem Aufwand umzusetzen. Interessierte Betriebe profitieren darüber hinaus von der aktiven Einbindung in Interviews, Workshops und Fallstudien, so das IPRI. Dabei sollen sie auch die Möglichkeit erhalten, eigene Fragestellungen einzubringen und konkrete Anwendungsfälle zu entwickeln. Die identifizierten Open‑Data‑Quellen, heißt es weiter, können anschließend gezielt in bestehende Forecasting‑ und Planungsprozesse integriert werden.
Das IPRI lädt Unternehmen ab sofort dazu ein, sich aktiv in das Projekt einzubringen. Eine erste Möglichkeit zum Austausch bietet das Auftakttreffen am 14. Juli am IPRI in Stuttgart. Alle Informationen zur Teilnahme stellt Gabriel Jäck zur Verfügung: gjaeck@ipri-institute.com
Das Projekt OpenData4KMU wird im Rahmen des Programms „Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
Beitragsbild: eakgrungenerd - stock.adobe.com