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14.04.2026

Niedersachsen: Wirtschaftsminister bekräftigt Gießerei-Industrie

Beim Niedersächsischen Gießerei-Dialog beraten Politik, Industrie und Gewerkschaften über die Zukunft der Branche. Im Fokus: ein gemeinsames Positionspapier und Forderungen für bessere Rahmenbedingungen angesichts steigender Kosten und wachsender Transformationsanforderungen.

Beim Niedersächsischen Gießerei-Dialog am 13. April haben sich Landesregierung, Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG), IG Metall sowie der Niedersächsische Unternehmerverband und NiedersachsenMetall intensiv über die Perspektiven der deutschen Gießerei-Industrie ausgetauscht. Im Zentrum der Veranstaltung stand ein gemeinsam erarbeitetes Positionspapier, das auch in die weiteren Gespräche zur Lage der Gießerei-Industrie auf Bundesebene einfließen soll. Ein Nationaler Gießerei-Dialog wird gegenwärtig für den 10. Juli in Berlin vorbereitet.

"Der Druck durch hohe Energiekosten, unfairen Wettbewerb und wachsende Transformationsanforderungen ist enorm", betont Dr. Martin Theuringer, Hauptgeschäftsführer des BDG. Umso wichtiger sei es, dass Wirtschaftsverbände, Landesregierung und IG Metall im engen Austausch seien und man sich gemeinsam für verbesserte politische Rahmenbedingungen einsetze. "Denn wir alle haben ein gemeinsames Ziel: eine starke Gießerei-Industrie in Niedersachsen und Deutschland zu erhalten", so Theuringer. 

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Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne vor einer Gießform, daneben Amine Serghini von der HA Group und BDG-Präsident Clemens Küpper (v.l.n.r.) Foto: BDG

Bei dem gemeinsamen Termin betonte auch Grant Hendrik Tonne, Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsen, die überragende Bedeutung der Branche: „Die Gießerei Industrie ist ein unverzichtbarer Teil unserer industriellen Basis. Sie steht für Wertschöpfung, Beschäftigung und technologische Kompetenz.“ In Niedersachsen produzieren 30 Gießereien mit rund 3200 Beschäftigten Gusskomponenten mit circa einer Milliarde Jahresumsatz. Weitere rund 3000 Beschäftigte arbeiten in Zulieferunternehmen. Der Austausch fand im Center of Competence der HA Group in Baddeckenstedt statt.

Wesentliche Forderungen an Bund und Europäische Union

  • Stärkung des Carbon Leakage Schutzes im nationalen Brennstoffemissionshandel
  • Wettbewerbsfähige Energiekosten: Einführung eines langfristig tragfähigen Industriestrompreises sowie dauerhafte Entlastungen bei Netzentgelten und Strompreiskompensation
  • Insbesondere auch Einbeziehung der Stahl-, Aluminium und Buntmetallgießereien in bestehende und geplante Entlastungsregelungen
  • European Content Regelungen zum Erhalt strategischer Wertschöpfungsketten einschließlich Gusskomponenten
  • Faire Wettbewerbsbedingungen im internationalen Handel insbesondere durch
  • Einbeziehung von Gusskomponenten in die neuen Stahl-Safeguards
  • Stärkung der Kreislaufwirtschaft und Rohstoffversorgung: Sicherstellung der Verfügbarkeit von Stahl- und Metallschrott im Rahmen der Nationalen Kreislaufstrategie
  • Praxisgerechte Regulierung: Vermeidung zusätzlicher Belastungen bei der Umsetzung europäischer Umweltvorgaben in nationales Recht, insbesondere bei der Industrieemissionsrichtlinie (IED 2.0)

Das vollständige Posotionspapier steht hier zum Download bereit: 

Das Beitragsbild zeigt die Teilnehmer am Gießerei-Dialog vor dem Center of Competence bei Hüttenes Albertus im niedersächsischen Baddeckenstedt (v. l.):  Siamak Djafarian, Hüttenes-Albertus Chemische Werke, Dr. Frederic Speidel, IG Metall Niedersachsen und Sachsen Anhalt, Gerd Röders von der Gießerei G.A. Röders, NiedersachsenMetall, Dr. Carsten Kuhlgatz, Unternehmerverbände Niedersachsen, BDG-Präsident Clemens Küpper, Grant Hendrik Tonne, Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsen, Bianca Beyer, Unternehmerver-bände Niedersachsen, BDG-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Theuringer, Dr. Stefan Pfaffenbach und Amine Serghini, beide Hüttenes-Albertus Chemische Werke. Foto: BDG