Ondo Sense hat ein Messsystem zur Füllstandskontrolle von bis zu 1600 Grad heißen Aluminium-, Stahl- oder Kupferschmelzen entwickelt. Mit der neuen "FurnaceProtect"-Radarlösung kann der Füllstand in geschlossenen Öfen erstmals von außen durch eine nur ~50 mm kleine Öffnung im Ofendeckel gemessen werden.
Bislang war die kontaktlose Füllstandmessung von flüssigem Aluminium oder Stahl in geschlossenen Schmelzöfen nur radiometrisch möglich - mit einigen Nachteilen: Denn Messungen mit radioaktiven Isotopen unterliegen strengen behördliche Genehmigungen, aufwändigen Sicherheitsunterweisungen und rigorosen Strahlungsschutzauflagen. Zudem müssen radiometrische Systeme je nach Ofenwandstärke, Metall oder Legierung neu kalibriert werden, um verlässliche Messwerte zu gewährleisten.
Mit der neuen Radarlösung "Furnace Protect" von Ondo Sense entfällt dieser Aufwand: „Für unser Radarsystem sind weder zeitintensive Nachkalibrierungen je nach Metallart oder Legierung noch Maßnahmen zum Strahlenschutz notwendig. Dies vereinfacht die Inbetriebnahme und senkt Kosten sowie Aufwand in der Wartung und Instandhaltung erheblich“, erläutert Rainer Waltersbacher, Co-Geschäftsführer von Ondo Sense.
Unter anderem könne mit der neuen Radarlösung der zur Metallschmelzung erforderliche Energiebedarf genauer als bisher erfasst werden, so Ondo Sense. "Durch die präzise Füllstandsmessung im Schmelzofen kann die Metallmenge im Ofen besser abgeschätzt werden. Damit kann auch der Energiebedarf, der zum Schmelzen des Metalls erforderlich ist, genauer ermittelt werden", sagt Waltersbacher. Dies spart Energiekosten und erlaube eine bessere Planung des Schmelzprozess. Auch Ofenüberfüllungen mit unnötigem Rohstoffverbrauch, ungeplanten Stillstandzeiten, potenziellen Unfällen und hohen Mehrkosten seien somit vermeidbar.
Funktionsweise des Furnace Protect
Das Gehäuse des Furnace Protect wird auf dem Ofendeckel befestigt, von wo aus das Rohr des Schutzgehäuses über eine nur ~50 mm kleine Öffnung eingelassen wird. "Die Radarwellen werden durch das Rohr geleitet und messen so kontaktlos den Ofenfüllstand. Das Gehäuse ist hierbei sowohl von innen als auch von außen gegen Hitze abgeschirmt", erklärt Waltersbacher. Um maximalen Hitzeschutz zu gewährleisten, sei das Radarsystem mit Anschlüssen für eine optionale Luftkühlung ausgestattet. Das Ergebnis laut Ondo Sense: eine Genauigkeit von bis zu 0,3 mm – selbst bei Rauch, Dampf oder Metalltemperaturen von 1600 Grad Celsius.
Die neue Radarlösung basiert auf dem Füllstandssensor "apex Level Line" von Ondo Sense und ist wahlweise mit einer Profinet-Schnittstelle oder einer analogen Stromschnittstelle (4–20 mA) ausgerüstet. Zudem bietet sie drei digitale Schaltausgänge (PNP/NPN). Der Messbereich beginnt bei 0,1 Meter und reicht bis 30 Meter. Darüber hinaus verfügt das Radarsystem über eine Webserver-basierte Konfigurationssoftware mit vorinstallierten Anwendungsprofilen.
Die Füllstandsmessung in Schmelzöfen ist insbesondere für das Recycling von Metallschrott wie Aluminium, Stahl oder Kupfer erforderlich, um exakt festzustellen, wann das Metall vollständig geschmolzen ist. Zu Beginn des Schmelzprozesses bildet der noch feste Metallschrott üblicherweise einen Haufen in der Mitte des Ofens, sodass der Füllstand am Ofenrand niedriger ist. Mit fortschreitendem Schmelzen steigt der Füllstand am Rand. Wenn das Metall vollständig geschmolzen ist, sind die Füllstandswerte überall identisch.
Beitragsbild: Ondo Sense