Sande Stahlguss hat wieder eine Zukunft: Nachdem man Mitte Februar noch die Stillegung des Betrieb beschlossen hatte, soll die Produktion nun doch fortgeführt werden - mit neuer Firmierung und Geschäftsführung.
Am 1. Juni - so berichtet die Pluta Rechtsanwalts GmbH - hat die neugegründete Gesellschaft Sande Steel Castings den Geschäftsbetrieb übernommen. Die operative Verantwortung liegt seitdem beim bisherigen Werksleiter Frank Schierhold. Der Kanzlei zufolge konnten durch die Fortführungslösung 36 Arbeitsplätze erhalten werden. Ursprünglich waren über 100 Mitarbeiter im Werk beschäftigt.
Ziel ist es nun, den Betrieb in angepasster Form fortzuführen und wirtschaftlich auszurichten. "Dabei wollen wir die langjährige Tradition des Standorts bewahren", so Schierhold. Die Stahlgießerei in Sande ist seit knapp 90 Jahren ein wichtiger Industriestandort im Landkreis Friesland, an dem die Mitarbeiter unter anderem Bauteile für Gaskraftwerke und für Schiffsantriebe mit einem Gewicht von bis zu 45 Tonnen fertigen.
Über den Verkauf der Immobilie und der angrenzenden Grundstücke laufen derzeit noch finale Gespräche. Sie sollen ebenfalls zeitnah von Investoren übernommen werden und dann weiterhin für den Stahlguss vor Ort genutzt werden. Der Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann von Pluta spricht von einer "guten Perspektive für den Betrieb".
Aufgrund von Auftragsrückgängen und erheblicher Kostensteigerungen in den vergangenen Jahren hatte die Sande Stahlguss GmbH im Herbst 2025 einen Insolvenzantrag gestellt. Nachdem zunächst kein Investor den Betrieb übernehmen wollte, musste Mitte Februar 2026 die Stilllegung beschlossen werden. Zuletzt bearbeiteten die Mitarbeiter noch laufende Aufträge in der Ausproduktion.
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