Aus der Prozesswärme der Elektrolyseöfen speist Trimet künftig jährlich rund 31.000 Megawattstunden unvermeidbare Abwärme in das Fernwärmenetz von Iqony ein, das private Verbraucher in Bottrop, Essen und Gelsenkirchen versorgt. Diese Menge deckt den rechnerischen Bedarf von mehr als 5.500 Haushalten.
Dass wir mit der Abwärme unserer Anlagen ab heute tausende Wohnungen heizen, ist ein Meilenstein für unser Unternehmen und für die Region“, sagt Dr. Andreas Lützerath, Mitglied des Vorstands der Trimet Aluminium SE. „Hier wird deutlich, wie Innovationen die grüne Transformation voranbringen. Mit der Flexibilisierung der Aluminiumerzeugung kommen wir den Klimaschutzzielen näher, stärken die Zukunftsfähigkeit unserer Produktionsstandorte und leisten gemeinsam mit Iqony einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit.“
Millionen-Investition in klimafreundliche Wärme
Die Nutzung der industriellen Abwärme wurde möglich, weil Trimet die Aluminiumproduktion auf eine flexible Anpassung an die schwankende Stromversorgung aus Wind- und Solaranlagen umgerüstet hatte. Die dafür eigens an den Elektrolyseöfen installierten Wärmetauscher fangen die Hitze des Produktionsprozesses ein. Vier Ventilatorstationen leiten sie durch ein Rohrbündel mit Wasser, das so auf rund 130 Grad Celsius erhitzt wird. Unter hohem Druck gelangt das Wasser über ein Rohrsystem zur Energiezentrale, wo es seine Wärme an das Wasser des Fernwärmenetzes überträgt. Trimet hat dafür auf dem Werksgelände ein 1,6 Kilometer langes Rohrsystem angelegt, in dem 36 Kubikmeter Wasser zirkulieren. Iqony hat einen rund 700 Meter langen Leitungsanschluss verlegt, der die Energiezentrale mit dem Einbindepunkt außerhalb des Werksgeländes verbindet.
2023 hatten Trimet und Iqony eine auf 20 Jahre angelegte Kooperation über die Nutzung von Abwärme aus der Aluminiumproduktion am Standort Essen vereinbart. Gut zweieinhalb Jahre später konnten die Arbeiten zur Einrichtung der Infrastruktur für die Umrüstung der Produktionsanlagen abgeschlossen werden. Nach Abschluss des Probebetriebs soll die Anlage nun zeitnah in den Regelbetrieb übergehen. In das Projekt haben beide Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen hohen einstelligen Millionenbetrag investiert.
Das Beitragsbild zeigt (v.l.) René Marcel Opitz, Projektingenieur der Iqony Fernwärme GmbH; Matthias Ohl, Sprecher der Geschäftsführung der Iqony Fernwärme GmbH; Dr. Roman Düssel, Werksleiter Essen, Trimet Aluminium SE; Dr. Andreas Lützerath, technischer Vorstand, Trimet Aluminium SE; André van Haaren, Projektleiter, Trimet Aluminium SE. Foto: Trimet