Die Castforge hat sich in den vergangenen Jahren als ein wichtiger Treffpunkt der Guss- und Schmiedeteile-Industrie etabliert. Der Veranstalter, die Messe Stuttgart, verfolgt dabei das Ziel, immer die aktuellen Bedürfnisse der Branche abzubilden. Im Interview spricht Projektmanagerin Anna-Lisa Wolf über die Schwerpunkte der kommenden Ausgabe.
Frau Wolf, die Castforge steht in den Startlöchern. Können Sie bereits ein Highlight ausmachen, auf das Sie sich besonders freuen?
Anna-Lisa Wolf: Mein Highlight der Castforge 2026 ist weniger ein einzelnes Produkt, sondern vielmehr das Zusammenspiel zentraler Zukunftsthemen: Beschaffung, Nachhaltigkeit und konkrete Lösungen für die industrielle Praxis greifen hier eng ineinander. Für Besucher entsteht so ein sehr realistisches Bild davon, wie moderne Wertschöpfungsketten in Guss- und Schmiedebetrieben heute funktionieren. Und ganz persönlich ist es für uns im Projektteam jedes Mal ein besonderes Highlight, wenn während des Aufbaus die großen Guss- und Schmiedeteile in die Hallen gefahren werden – dieser Moment macht die Faszination der Branche auf beeindruckende Weise sichtbar.
Hinter jedem Exponat steht ein Aussteller. Wie hat sich die Beteiligung – auch auf internationaler Ebene – in diesem Jahr verändert?
Wolf: In diesem Jahr verzeichnet die Castforge einen Zuwachs von 16,8 % an ausstellenden Unternehmen. Die Internationalität bleibt mit rund 70 % auf einem konstant hohen Niveau. Besonders erfreulich ist die starke Präsenz internationaler Gemeinschaftsstände von Verbänden aus Italien, Frankreich, Spanien, Polen, Tschechien, Portugal, China und der Türkei. Wir freuen uns sehr über die große Aufmerksamkeit und das Vertrauen der Branche, dass sich die Messe mittlerweile fest als zentraler Treffpunkt der Guss- und Schmiedeteilindustrie etabliert hat.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzen Sie im Vergleich zur letzten Castforge?
Wolf: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Resilienz der Unternehmen rücken jetzt noch stärker in den Fokus. Steigender Kostendruck, Fragen der Rohstoffverfügbarkeit und globale Unsicherheiten machen Themen wie Beschaffung, volatile Märkte, Lieferketten, Risikomanagement und strategisches Sourcing besonders relevant.
Und auf technischer Seite?
Wolf: Neben Themen wie CO2-Reduktion und Nachhaltigkeit möchten wir zusätzlich neue Impulse mit starkem Praxisbezug setzen. So rücken wir die Bereiche Digitalisierung und Industrie 4.0 stärker in den Vordergrund, ebenso Automatisierung und moderne Fertigungstechnologien. Es werden digitale Tools für Einkauf und Beschaffung vorgestellt, ebenso wie Retrofit-Lösungen, mit denen bestehende Anlagen durch mehr Automatisierung effizienter werden. Darüber hinaus werden wir Material- und Prozesstechnologien beim Gießen und Schmieden genauer beleuchten. Die Besucher erwartet ein bunter Mix aus Fachvorträgen, Diskussionsrunden, Workshops und speziellen Formaten wie unserem Einkäufertag. Dabei ist es uns wichtig, Forschung und Industrie eng zu verzahnen – zahlreiche Institute gestalten daher erneut unser Rahmenprogramm mit.
Welche Möglichkeiten haben Besucher, sich nun im Vorfeld gezielt auf die Messe vorzubereiten?
Wolf: Zur optimalen Vorbereitung auf den Messebesuch empfehlen wir einen Blick in das Online-Ausstellerverzeichnis und das Rahmenprogramm. So können Sie sich bereits im Vorfeld Termine bei Ausstellern sichern oder interessante Vorträge in Ihrem Kalender vormerken. Eine Besonderheit in diesem Jahr: Der Zugang zur Castforge ist ausschließlich über den Eingang West möglich. Dieser liegt direkt an den Hallen 8 und 10 und gewährleistet damit besonders kurze Wege zu den Ausstellern und Veranstaltungsflächen.
Woran können die Fachbesucher konkret festmachen, dass sich ihr Besuch gelohnt hat?
Wolf: Das hängt natürlich stark davon ab, mit welchem Ziel ein Besucher zur Messe kommt: Sucht er einen konkreten Lösungsansatz für ein aktuelles Projekt, möchte er neue Geschäfts- oder Lieferantenkontakte aufbauen oder sich zunächst einen umfassenden Überblick über den Markt verschaffen? All diese Ziele lassen sich auf der Castforge verfolgen und miteinander verbinden. Dank der gebündelten Kompetenz vor Ort, der hohen Internationalität und des praxisnahen Rahmenprogramms bietet die Messe ideale Voraussetzungen, um individuelle Fragestellungen zu klären, Netzwerke auszubauen und Impulse für zukünftige Projekte mitzunehmen. Sicher ist: Wer die Castforge besucht, wird mit neuen Eindrücken, Kontakten und Ideen nach Hause gehen.
Über die Messe
Die Castforge bietet einen umfassenden Marktüberblick und bringt Angebot und Nachfrage gezielt zusammen. Aussteller präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen einem hochqualifizierten Fachpublikum, das sich aus Konstrukteuren, Entwicklern und Entscheidern aus Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Industrie und Energietechnik zusammensetzt. Die Messe ermöglicht es den Fachbesuchern, sich über die neuesten Entwicklungen der Branche zu informieren, technologische Trends kennenzulernen und direkt mit den führenden Akteuren der europäischen Guss- und Schmiedeindustrie in den Dialog zu treten.
Beitragsbild: Frank Eppler/Messe Stuttgart (eigene Darstellung)