Unternehmen
Foto: Schüle Druckguss
21.09.2026

Schüle Druckguss leitet Sanierung ein

Die Julius Schüle Druckguss GmbH mit Sitz in Schwäbisch Gmünd hat am 18. September 2026 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Im Rahmen des Verfahrens will man zeitnah die Suche nach einem geeigneten Investor aufnehmen.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gießerei resultieren insbesondere aus dem zunehmenden Wettbewerbungsdruck durch Anbieter aus Niedriglohnländern, heißt es in einer Pressemitteilung. Hinzu kämen bestehende Überkapazitäten am Markt sowie rückläufige Mengen und Margen, vor allem im Bereich Automotive. Der Insolvenzantrag, heißt es weiter, betreffe ausschließlich die deutsche Julius Schüle Druckguss GmbH. Die ausländischen Tochtergesellschaften in Polen und der Slowakei hätten keinen Insolvenzantrag gestellt und seien von dem Verfahren nicht betroffen. Der Geschäftsbetrieb der deutschen Gesellschaft soll uneingeschränkt fortgeführt werden, wobei die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter am deutschen Standort bis einschließlich November 2026 durch das Insolvenzgeld gesichert seien.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir im Rahmen dieses Verfahrens die bereits begonnene Restrukturierung konsequent fortführen und zu einem erfolgreichen Abschluss bringen können“, erklärt Michael Eidecker, Geschäftsführer von Schüle Druckguss. „So wollen wir unser Unternehmen für die kommenden Jahre wettbewerbsfähig aufstellen.“ Die Eigenverwaltung bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt dabei die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung, die die Sanierung selbst steuert. Das Insolvenzrecht erlaubt dies in Fällen, in denen Unternehmen bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht.

Zum weiteren Vorgehen äußerte sich Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger, der die Geschäftsführung bei der Restrukturierung als Generalbevollmächtigter unterstützt. Ihm zufolge wolle man den Betrieb zunächst auf die Eigenverwaltung ausrichten. „Das Unternehmen ist personell und technisch sehr gut aufgestellt, agiert jedoch in sehr schwierigen Märkten“, erläutert Mucha. Im Rahmen des eingeleiteten Verfahrens wolle man zeitnah die Suche nach einem geeigneten Investor aufnehmen. 

Die 1951 gegründete Julius Schüle Druckguss GmbH ist ein familiengeführtes Unternehmen und auf Aluminiumdruckguss spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Druckgussteile insbesondere für die Automobilzulieferindustrie. Zur Unternehmensgruppe gehören die Tochtergesellschaften Schüle Slovakia im slowakischen Poprad und Schüle Polska im polnischen Świebodzice. An den drei Standorten beschäftigt die Gruppe rund 680 Mitarbeitende, davon 152 am Stammsitz in Schwäbisch Gmünd. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 110,9 Millionen Euro.

Beitragsbild: Schüle Druckguss