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© Contanze Tillmann/Messe Düsseldorf
01.08.2022

Ausblick auf das Messequartett 2023

Herr Kehrer, das Technologiemessen-Quartett GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST wird vom 12. bis 16. Juni 2023 wieder einen kompletten Überblick über die gesamte gießereitechnische und metallurgische Branche geben. Welche Trendthemen werden die Fachmessen, Ihrer Einschätzung nach, besonders prägen?

Friedrich-Georg Kehrer: Wie grün sind die Branchen der energieintensiven Gießerei- und Stahlindustrie? Wie nachhaltig produzieren sie, und wie umweltschonend ist der Umgang mit den verwendeten Materialien? Das sind die Kernfragen, um die sich aktuell alles dreht und die auch auf der GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST 2023 für jede Menge Gesprächsstoff sorgen werden. Mit dem Ziel der Klimaneutralität bis spätestens 2050 stehen die Industrien wohl vor der größten Transformation ihrer Geschichte. Diese entscheidende Entwicklung wird das Düsseldorfer Messequartett widerspiegeln: Auf der einen Seite die Herausforderungen, vor denen die Branchen stehen. Auf der anderen Seite die Innovationen, die die Maschinen- und Anlagenbauer für die Metallurgie und Gießereiindustrie weltweit anbieten und mit denen sie ganz klar Teil der Lösung sind und nicht das Problem. Im intensiven Austausch mit den Fachgremien und Experten aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette haben wir folgende drei globale Megatrends identifiziert:

Nachhaltigkeit im Sinne der Energie- und Ressourceneffizienz, z.B. in Form von grünem Stahl oder grünem Eisen sowie die Dekarbonisierung der Stahl- und Eisenhüttenindustrie mit dem Katalysator Wasserstoff – kurz und bündig unter dem Nenner „ecoMetals“ zusammengefasst. Der Einsatz digitaler Technologien in der Produktion, also das Stichwort „Industrie 4.0“ in Stahlwerken und Gießereien, bleibt ein weiterer Megatrend. Außerdem spielen der automobile Leichtbau sowie modernste Verfahren der additiven Fertigung im Bereich der Stahl- und Metallverarbeitung nach wie vor eine ganz zentrale Rolle.

Mit unseren vier Fachmessen und dem umfangreichen Rahmenprogramm bieten wir allen Interessierten eine weltweit einzigartige Plattform, auf der diese zukunftsweisenden Themen in ihrer gesamten Komplexität diskutiert werden.

 

Im Zusammenhang der GIFA, METEC, THEMPROCESS und NEWCAST fällt immer wieder das Schlagwort „ecoMetals“. Was bedeutet das und welche Rolle spielt die Kampagne im Rahmen der Veranstaltungen?

Friedrich-Georg Kehrer: Ein fester Bestandteil der „Bright World of Metals“ und längst ein Erfolgsmodell ist die ecoMetals-Kampagne der Messe Düsseldorf. Sie nimmt auf den ökologischen Weg der Gießerei- und metallverarbeitenden Industrien Bezug und fördert ausstellende Unternehmen, die in innovative, nachhaltige und wirtschaftlich wettbewerbsfähige Technologien investieren. Messegäste erkennen leicht die ausgezeichneten Innovationen und werden auf der GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST durch tägliche kostenlose Guided Tours – die sogenannten ecoMetals Trails – zu den teilnehmenden Ausstellern geführt. Außerdem werden diese in den jeweiligen Internet-Portalen sowie im Katalog besonders hervorgehoben und ihre Messestände gekennzeichnet. Die ecoMetals-Kampagne fand schon zum letzten Messequartett großen Anklang. Unsere Besucher und Besucherinnen wussten die Orientierungshilfe sehr zu schätzen. Ganz besonders freue ich mich, dass weitere Industriemessen wie z.B. die wire und Tube oder die decarbXpo das Konzept in diesem Jahr für sich übernommen haben. Als Messe Düsseldorf möchten wir damit auch ein Stück weit unserer ökologischen Verantwortung gerecht werden und den Treibern umweltschonender Produkte, Produktionen und Prozesse ein besonderes Forum geben.

 

Fachbesucher können durch die ecoMetals Trails also sozusagen neue Wege der Wertschöpfung auf den Messen entdecken?

Friedrich-Georg Kehrer: Ja, richtig! Die Marke ecoMetals widmet sich drei Feldern der Nachhaltigkeit: Ressourcen, Innovation und Produktion bzw. Prozesse. Wie werden Rohstoffe ressourcenschonender gewonnen und effizienter verarbeitet? Wohin geht der Trend im Recycling von Metallen und Nichtmetallen? Mit welchen neuen Technologien, Maschinen und Anlagen wird die Energie- und CO2-Bilanz verbessert? Zu all diesen Fragen zeigen die Treiber der Nachhaltigkeit auf der GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST ihre Lösungen. An ihren Messeständen erklären sie, wie die Unternehmen in ihren Produktionsstätten den ökologischen Fußabdruck minimieren und Wirtschaft und Umweltschutz in Einklang bringen. Diese Herausforderungen zu meistern, ist wichtiger denn je, um im internationalen Wettbewerb als geschätzter Geschäftspartner zu bestehen.

 

Was kostet die Teilnahme an den ecoMetals Trails?

Friedrich-Georg Kehrer: Die Trails sind für alle interessierten Besucher und Besucherinnen kostenfrei. Anmeldungen können im Vorfeld der Messen online über die jeweiligen Portale vorgenommen werden. Wer sich während des Messeaufenthalts noch spontan entscheidet, an einem Trail teilzunehmen, ist natürlich ebenso herzlich willkommen, auch ohne Voranmeldung.

 

Herr Kehrer, können Sie uns schon etwas zum Anmeldestand verraten? Wie laufen die Messevorbereitungen insgesamt?

Die Vorarbeiten sind erfolgreich absolviert, viele Unternehmen haben sich bereits angemeldet, und die Messeaufplanung ist in vollem Gange. Jetzt geht es ans Feintuning und natürlich an die Maßnahmen zur Besucherwerbung. Unsere Aussteller brennen darauf, das Messepublikum auf der GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST durch ihre Technologien und Innovationen zu begeistern. Alle namhaften Unternehmen werden in Düsseldorf wieder vertreten sein, dazu kommen viele neue Aussteller, die sich das erste Mal präsentieren. Die GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST sind jede für sich das wichtigste Branchen-Event; sie leben von den persönlichen Begegnungen und dem besonderen Flair des Gedankenaustauschs. Darauf freuen sich alle ganz besonders – gerade nach so langer Zeit!

www.gifa.de

Schlagworte

AnlagenbauEisenFertigungGIFAIndustrie 4.0LeichtbauMesseMetallurgieMetallverarbeitungNachhaltigkeitProduktionRecyclingStahlStahlindustrie

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