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Die Referenten der Eröffnungsveranstaltung Dr. Erwin Flender, Prof. Dr. Raoul Klingner, die stv. Landrätin des Landkreises München Annette Gansmüller-Maluche, Prof. Dr. Wolfram Volk, Prof. Dr. Thomas F. Hofmann und Prof. Dr. Carsten Intra (v.l.n.r.). - © FRAUNHOFER IGCV/ANDREAS HEDDERGOTT
28.10.2021

Neues Gießereitechnikum in Garching eröffnet

Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung ist am 13. Oktober das neue Gießereitechnikum des Fraunhofer IGCV in Garching eingeweiht worden. „Ein Ort für Forschung und Kooperation“, „Stärkung des Produktionsstandorts Deutschland“ – viel Lob und Anerkennung wurden im Rahmen zahlreicher Reden geäußert. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von dem neuen Gebäude, das künftig der Gießereiforschung eine Heimat bietet: von der Formherstellung bis zum Veredelungsprozess.

Der Wissenschaftsbereich Gießereitechnik gehört zu den Kernkompetenzen des Fraunhofer-Instituts für Gießerei-, Composite-und Verarbeitungstechnik IGCV. Im Fokus der Arbeit stehen dabei vor allem die Themengebiete Formstoffe, Sand- und Kokillengießverfahren und die Simulation. Neben neuartigen Ansätzen bei der Kombination von Formgrundstoffen, der Vorhersage von Gießprozessen und der Integration von Qualitätssicherungsmaßnahmen erforschen die Mitarbeitenden die Einbettung von gießtechnischen Systemen in steuerungstechnische Gesamtlösungen und widmen sich so den Potenzialen der Industrie 4.0. Anwendungsbezogene Forschung mit Schwerpunkt auf effizientem Engineering, vernetzter Produktion und intelligenten Multimateriallösungen ist im Mittelpunkt der Arbeit.

In Garching steht in Zukunft mit dem Gießereitechnikum eine ganz neue Forschungsumgebung zur Verfügung: Im nun eingeweihten Gebäude finden sie die besten Voraussetzungen, um Innovationen in der Gießereitechnik voranzutreiben. Dies spiegelt sich auch im Gebäudecharakter wider. Von der Innenarchitektur bis zur Außenfassade leiten sich die Materialien von den Grundstrukturen der Rohstoffe und den Gießereimaterialien ab. Form- und Kernsand sowie metallische Oberflächen prägen das Erscheinungsbild des neuen Gebäudes. In ihm werden künftig verschiedene Funktionsbereiche untergebracht. Im Zentrum steht dabei die Gießereihalle ergänzt durch Werkstätten, Laborbereiche, Besprechungs-und Seminarräume, Office-Bereiche für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Verwaltung sowie Gemeinschafts- und Kommunikationszonen.

Das Gießereitechnikum in unmittelbarer Nähe zum Garchinger Campus der TU München ist Teil des neuen Fraunhofer-Forschungscampus. Neben dem Fraunhofer IGCV hat dort bereits das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC ein Gebäude bezogen. Gerade in der Konzeptphase befindet sich der zukünftige Standort des Fraunhofer-Instituts für Kognitive Systeme IKS.

Die knapp 160 Mitarbeitenden hatten das Gießereitechnikum schon im Juli 2021 bezogen hatte, nun wurde es Gästen aus Politik, Industrie und Wissenschaft in feierlichem Rahmen präsentiert.

Prof. Dr.-Ing. Wolfram Volk, Institutsleiter Fraunhofer IGCV und Verantwortlicher für den Wissenschaftsbereich Gießereitechnik, begrüßte mit Prof. Dr. Raoul Klingner, Direktor für Forschungsmanagement und -governance der Fraunhofer-Gesellschaft, die Gäste. Prof. Klingner zeigte sich begeistert vom neuen Gelände und dessen Potenzial und bezeichnete die Gießereiforschung als Zukunftsthema, das Schlüsseltechnologien für viele Anwendungsbereiche darstelle. „Beispielsweise profitiert die Automobilwirtschaft durch Forschung im Bereich von Antriebskomponenten, Fahrwerksteilen und Struktur-Gussteilen“, nannte er ein Beispiel.

Der Bayerische Staatssekretär für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Roland Weigert betonte anschließend die Bedeutung der bayerischen Gießereibranche mit ihren über 11 000 Beschäftigten. Die Fertigung von Windradgehäusen oder wichtigen Motorteilen sei ohne das Gießen von metallischen Werkstoffen nicht möglich. „Es wäre klasse, wenn am neuen Forschungs- und Wissenschaftsstandort in Garching eine Antwort gefunden wird, wie künftig das Gießereiwesen mit grünem Wasserstoff oder Ökostrom betrieben werden kann“, formulierte er seinen Anspruch an das Fraunhofer IGCV und bezeichnete das neue Gebäude als Herzstück der Garchinger Science City. Neben Prof. Dr. Thomas F. Hofmann, Präsident der TU München, und Christoph Göbel, Landrat des Landkreises München, beglückwünschte auch Dr.-Ing. Erwin Flender, Vizepräsident und Hauptgeschäftsführer des Vereins Deutscher Giessereifachleute (VDG e. V.) und Mitglied des Fraunhofer IGCV-Kuratoriums, das Institut zu seinem neuen Gebäude und betonte dessen Erfolge in der Gießereitechnik.

Auch Prof. Dr.-Ing. Carsten Intra, Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Nutzfahrzeuge hielt eine Rede. Er lobte den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn in der Produktionstechnik durch das Fraunhofer IGCV und betonte, dass die Forschungsarbeit des Instituts helfe, „den Produktionsstandort Deutschland zu stärken und seine besondere Stellung in der Welt zu erhalten.“


www.igcv.fraunhofer.de

Schlagworte

FertigungFormstoffeGießereiGießereitechnikIndustrie 4.0KommunikationSimulationWerkstoffe

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